Diese Lektion ist massiv! Sie hat deutlich mehr Videos als üblich, darum hat es auch etwas gedauert, bis sie online war. Anhand einer wohlbekannten Akkordverbindung (Toots Thieleman's "Bluesette") lernt ihr jede Menge Licks und Tricks der Jazzgitarre. Ich wollte euch eigentlich die Skalen erklären, aber ich habe diesen Teil aus den Videos herausgeschnitten. Stattdessen zeige ich euch, wie ihr mit Hilfe von Ton-Akkord-Beziehungen und target notes logischere und interessantere Linien und Melodien entwickeln könnt. Ich möchte euch gern Theorie zeigen, aber hier geht es um die Praxis. Lernt die Licks und Soli - eins nach dem anderen. Und dann macht den wichtigsten Schritt: Denkt darüber nach, was da passiert und ob ihr das auf andere Situationen übertragen könnt. So habe ich das gelernt: Soli nachgespielt und versucht, zu analysieren. Ich wünsche euch allen Erfolg mit dieser Hammer-Lektion. Möge sie euch weiterbringen und Spaß machen.
Level
Easy peasy
Lektionen
18 Lektionen | min
Lektion 1Vorstellung
Dauer: min
Vorstellung des Kurses "¾-Swing".
Lektion 2Einleitung
Dauer: min
Die harmonische Struktur dieser Akkordverbindung, die an die Changes des Klassikers von Toots Thielemans angelehnt ist, beinhaltet - wie so viele Jazzstandards - zahlreiche II-V- bzw. II-V-I-Verbindungen. Hier zeige ich euch, wie ihr euch die Form des Stückes Schritt für Schritt erarbeiten könnt: Nehmt euch kleine Abschnitte des Stückes vor, und nicht gleich das ganze Stück - das würde euch zunächst nur überfordern. Meine Herangehensweise ist, dass ich immer in Intervallen denke, d.h. wie steht der von mir gespielte Ton zum aktuell vorherrschenden Akkord in Beziehung. Zu Beginn spiele ich ein Bb. Dies ist der Grundton des ersten Akkordes Bbmaj7. Daraufhin ein C, welches die None zum Akkord bildet, usw. Die logische harmonische Struktur des Stückes oder einer II-V-I-Verbindung generell erlauben es, wohlklingende Linien zu improvisieren bzw. zu komponieren. Versucht es ruhig selbst einmal für die ersten vier Takte, bevor ihr euch an die von mir improvisierten Licks und Soli heranwagt.
Lektion 3Licks 1 bis 9
Dauer: min
Wir bleiben zunächst bei den ersten vier Takten. In diesem Video spiele ich einige Licks, die ihr unbedingt in euer Lick-Repertoire aufnehmen solltet. Achtet beim Improvisieren auch auf die sogenannten "target notes" (auch "target tones"), also Zieltöne, auf denen ihr nach einer Linie "landet". Auch: Welcher Ton erklingt bei einem Harmoniewechsel. Im ersten Beispiel ist es das a, welches die None zum Gm7 bildet.
Lektion 4Gm7 - C7
Dauer: min
Der Gm7-Akkord stellt sowohl die I der II-V-I-Verbindung in Moll, als auch die II der darauffolgenden II-V-Verbindung Gm7 dar. In puncto Tonmaterial könnt ihr euch sowohl aus der Gm-Tonleiter (aeolisch), als auch aus G-dorisch bedienen. Letzteres antizipiert den C7-Akkord. Es ist natürlich möglich, Alterationen über die Dominante C7 zu spielen. Verwendet bspw. die b9 oder spielt die alterierte Skala. Besucht dazu auch die Kurse II-V-I und Alteriert in unserer Jazzkursesammlung.
Lektion 5Licks 10 bis 12
Dauer: min
Die Takte 5 bis 8 beinhalten zwei II-V-Verbindungen: Die erste steht in F und die zweite in Eb. Hier zeige ich euch ein paar schöne Licks über Fm7, Bb7 und Ebmaj7.
Lektion 6Quartolen im Dreivierteltakt
Dauer: min
Im letzten Video deutete ich es schon ein wenig an: Das Spielen von Quartolen in einem Dreivierteltakt. Quartolen sind in einem Dreivierteltakt nichts Anderes als punktierte Achtelnoten. Davon passen genau vier in einen solchen Takt. Dadurch wird eine schöne rhythmische Spannung aufgebaut, die eure Melodien über dem Stück "schweben" lässt. Im vorliegenden Solo spiele ich einen ganzen Chorus mit solchen Quartolen - Spannung pur.
Lektion 7Licks 13 bis 16
Dauer: min
Diese Licks beschäftigen sich mit der II-V-I Verbindung in Db (Takte 11 bis 13). Nehmt euch für die II-V Verbindungen in den ungewöhnlicheren Tonarten Zeit. Auch hier denke ich wieder sehr viel darüber nach, welche Töne ich ansteuere: Achtet bei meinen Licks (bzw. bei euren ersten Improvisationsversuchen) darauf, welcher Ton jeweils beim Dbmaj7-Akkord als Zielton ausgewählt wurde.
Lektion 8Licks 17 bis 19
Dauer: min
Diese Licks beschäftigen sich mit der II-V-I Verbindung in Cb bzw. H (Takte 15 bis 17). Auch in diesen Licks tauchen wieder jede Menge Quartolen auf. Achtet wieder auf die target notes auf der ersten Stufe.
Lektion 9Licks 20 bis 22
Dauer: min
Der Akkordwechsel vom Cbmaj7 zum Cm7(b5) klingt deshalb so schlüssig, weil zwischen diesen beiden Akkorden eine Halbtonverwandschaft besteht, d.h. sie haben nur gemeinsame Töne bis auf einen, der um einen Halbton abweicht (in diesem Fall der Grundton). Die II-V-I-Verbindung nimmt in dieser Passage eine interessante Wendung: Sie geht nicht - wie zu erwarten - nach Bbm7, sondern nach Bbmaj7. Aber mehr noch: statt Bbmaj7 wird der terzverwandte "Ersatzakkord" Dm7 (Dm7 = Bbmaj9 ohne Bb als Grundton) gespielt, welcher wiederum als der erste Akkord des abschließenden Turnarounds fungiert.
Lektion 10Licks 23 bis 26
Dauer: min
Zum Abschluss eurer Licksammlung gibt es vier exemplarische Licks über den Turnaround des Stückes.
Lektion 11Übers Analysieren und Soli Lernen
Dauer: min
Ihr müsst weder das Rad neu erfinden noch bei Adam und Eva beginnen. Tretet zunächst in meine Fußstapfen und baut Schritt für Schritt euer Jazz-Vokabular auf, indem ihr die hier vorgestellten Licks und Soli nachspielt und analysiert. Ihr werdet sehr schnell auf eigene Ideen kommen. In den folgenden Videos werde ich sieben improvisierte Soli vorstellen, von dessen Aufbau und Struktur, sowie deren Melodieverlauf ihr sehr viel lernen könnt.
Lektion 12¾-Swing Solo 1
Dauer: min
Im Solo Nummer 1 werden punktierte Viertel durchgehalten.
Lektion 13¾-Swing Solo 2
Dauer: min
Die rhythmische Figur der ersten zwei Takte wird hier durch alle Akkorde gejagt.
Lektion 14¾-Swing Solo 3
Dauer: min
Die vorgezogene, über den Takt übergebundene Note bestimmt fast alle Stellen dieses Solos.
Lektion 15¾-Swing Solo 4
Dauer: min
Vielleicht kennt ihr dieses Solo schon aus unserer "Free Solo" Lektion. Wenn nicht: Unbedingt üben!
Lektion 16¾-Swing Solo 5
Dauer: min
Jetzt wird es virtuoser mit einigen rhythmischen Arabesken. Nehmt das Tempo zurück und steigert es erst allmählich.
Lektion 17¾-Swing Solo 6
Dauer: min
Die Zieltöne sind bei diesem Solo bei jedem Akkordwechsel auch eine Farbänderung.
Lektion 18¾-Swing Solo 7
Dauer: min
Die Melodie ist hier besonders schlüssig. Dies war das erste Solo, das ich für diese Lektion eingespielt habe. Alle Soli sind übrigens improvisiert. Lernt sie auswendig, eins nach dem anderen, ich garantiere euch, dadurch werdet ihr deutliche Fortschritte machen!